Mandantenbrief Sonderausgabe 2015

Sonderausgabe zum Jahresende 2015 02 | 2015 Für Unternehmer Generationennachfolge: Jetzt noch die großzügige Steuerverschonung des Betriebsvermögens nutzen |  Wer sein Unternehmen in absehbarer Zeit auf die nächste Generation übertragen will, sollte hiermit nicht mehr lange warten. Da die Privilegierung des Betriebsver- mögens bei der Erbschaft- und Schenkungsteuer teilweise verfassungswidrig ist, hat das Bundesverfassungsgericht den Gesetzgeber aufgefordert, eine Neurege- lung zu treffen. Diese muss bis (spätestens) zum 30.6.2016 erfolgen.  | Gleichzeitig hat das Bundesverfas- sungsgericht die grundsätzliche Fort- geltung der Normen bis zu einer Neu- regelung angeordnet. Demzufolge kön- nen die Vergünstigungen in der Über- gangszeit grundsätzlich wie bisher ge- nutzt werden, unter dem Vorbehalt, dass keine „exzessiven Steuergestal- tungen“ durchgeführt werden. Beachten Sie |  Derzeit werden u.a. fol- gende Verschärfungen diskutiert: • • Lohnsummenprüfung für kleine Unternehmen, • • Neudefinition des begünstigten Vermögens, • • Bedürfnisprüfung für große Unter- nehmen. Für alle Steuerpflichtigen Steueroptimierung durch Verlagerung von privaten Ausgaben |  In 2016 wird der Grundfreibetrag – bis zu diesem Betrag wird ein zu versteu- erndes Einkommen nicht der Einkom- mensteuer unterworfen – um 180 EUR auf 8.652 EUR erhöht. Da die Entlastung eher gering sein dürfte, kommt es vor allem auf die persönlichen Verhältnisse an, ob Ausgaben vorgezogen oder in das Jahr 2016 verlagert werden sollten.  | Eine Verlagerung kommt bei Sonder- ausgaben (z.B. Spenden) oder außerge- wöhnlichen Belastungen (z.B. Arznei- mittel) in Betracht. Bei außergewöhnli- chen Belastungen sollte man die zu- mutbare Eigenbelastung im Blick ha- ben, deren Höhe vom Gesamtbetrag der Einkünfte, Familienstand und der An- zahl der Kinder abhängt. PRAXISHINWEIS |  Ist abzusehen, dass die zumutbare Eigenbelastung in 2015 nicht überschritten wird, sollten offene Rechnungen (nach Möglichkeit) erst in 2016 beglichen werden. Ein Vor- ziehen lohnt sich, wenn in 2015 bereits hohe Aufwendungen getätigt wurden. In die Überlegungen sind auch vorhan- dene Verlustvorträge einzubeziehen, die Sonderausgaben oder außerge- wöhnliche Belastungen eventuell wir- kungslos verpuffen lassen. Ist der Höchstbetrag bei Handwerker- leistungen (20 % der Lohnkosten, maxi- mal 1.200 EUR) erreicht, sollten Rech- nungen nach Möglichkeit erst in 2016 beglichen werden. Dasselbe gilt, wenn in 2015 z.B. wegen Verlusten aus einer selbstständigen Tätigkeit keine Einkom- mensteuer anfällt. Denn dann kann kein Abzug von der Steuerschuld vorgenom- men werden. Ein Vor- oder Rücktrag der Steuerermäßigung ist nicht möglich. Für GmbH-Gesellschafter Jahresendmaßnahmen und neue Schwellenwerte für die Größeneinteilung |  Wie in jedem Jahr sollten zwischen GmbH und (beherrschenden) Gesellschafter- Geschäftsführern getroffene Vereinbarungen auf ihre Fremdüblichkeit und Ange- messenheit hin überprüft werden. Die entsprechende Dokumentation mindert das Risiko einer verdeckten Gewinnausschüttung.  | Sollen ab 2016 neue Vereinbarungen getroffen oder bestehende verändert werden, ist dies zeitnah schriftlich zu fixieren. Vertragsinhalte wirken sich bei beherrschenden Gesellschaftern näm- lich steuerlich nur aus, wenn sie im Vo- raus getroffen und tatsächlich wie ver- einbart durchgeführt werden. Sofern noch eine Gewinnausschüttung ansteht, ist bei der Terminwahl auch die Einkommenssituation des Gesell- schafters zu beachten. Bei ihm kommt es grundsätzlich mit Überweisung oder der Gutschrift auf dem Verrechnungs- konto der Gesellschaft zu Einnahmen. Bei Mehrheitsgesellschaftern ist für den Zuflusszeitpunkt in der Regel der Zeitpunkt der Beschlussfassung maß- geblich. Die Größenklasse einer Kapitalgesell- schaft hängt von drei Schwellenwerten ab: Bilanzsumme, Umsatzerlöse sowie durchschnittliche Arbeitnehmerzahl. Durch das Bilanzrichtlinie-Umset- zungsgesetz vom 17.7.2015 (BGBl I 2015, 1245) wurden die monetären Werte angehoben. Rund 7.000 mittel- große Kapitalgesellschaften dürften dadurch als klein einzustufen sein und Erleichterungen (z.B. keine Prüfungs- pflicht) nutzen können. Die neuen Schwellenwerte können grundsätzlich bereits für das nach dem 31.12.2013 beginnende Geschäftsjahr angewandt werden (Wahlrecht). Dann ist aber auch die erweiterte Neu-Definition der Umsatzerlöse zu beachten, wodurch ein gegenteiliger Effekt möglich ist.

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